Freitag, 22. Juli 2011

Mit Spaß in den Ferien lernen

Die Sommerferien sind endlich gekommen. Sechs ganze Wochen ohne Schule, Stress und nervige Lehrer – herrlich! Leider ist man oft zu Beginn des neuen Schuljahres relativ erstaunt, wie viel man über die Sommerferien vergessen hat. Manche Schüler berichten sogar davon, dass sie sich erst einmal wieder an das Schreiben gewöhnen müssen. Das ist schon kurios. Im Grunde weiß ja jeder, dass man die Sommerferien nicht komplett ohne Lernen verbringen sollte. Gerade in den Fremdsprachen kann man diese Zeit gut nutzen, um Vokabeln zu lernen. 5-10 Stück am Tag reichen vollkommen aus, wenn man sich regelmäßig dran setzt. Ich kann aber auch verstehen, dass man keine Lust hat auf staubtrockenes Lernen. Mein Hauptbestreben ist daher immer, dass Lernen so angenehm und unterhaltend wie möglich zu gestalten. Man könnte ja aus dem Lernen auch ein Ferienprojekt machen, welches Spaß macht.

Ein Ferienprojekt:

Jeder hat Themen welche einen Interessieren, Hobbies, die man regelmäßig verfolgt oder andere Dinge, über die man schon immer mal mehr erfahren wollte. Eine Schülerin von mir interessiert sich für das Thema „Bollywood“ und hat von ihrer Lehrerin erfahren, dass dies auch das erste Thema nach den Ferien im Fach Englisch sein wird. Ein anderer Schüler hat zufällig das Thema „Bionik“ für sich entdeckt und möchte nun mehr darüber erfahren. Ich habe beiden vorgeschlagen, doch über die Ferien ein eigenes Projekt zu starten und die Ergebnisse dann in einer Mappe zusammen zu fassen. Der Kreativität werden dabei keine Grenzen gesetzt. Vielleicht haben die Schüler ja Lust Zeitzeugen zu interviewen, selbstständig etwas zu bauen oder zu basteln, etc. 

Ohne Schulstress

Die Schüler können so unabhängig vom Schulstress einfach mal ihr ganz eigenes Projekt machen. Ohne Notendruck und vor allem ohne Vorgaben von den Lehrern. Das Schöne an solch einem Projekt ist, dass die Schüler ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Es gibt keine Schemata, nach denen sie arbeiten müssen und sie können ihre Texte frei gestalten und kreativ mit Bildern oder Videos oder eigenen Beiträgen zusätzlich verschönern. Zum Ende der Ferien sollte dann eine Mappe, ein Film, eine PowerPoint Präsentation oder ähnliches zustande gekommen sein. Wenn die Schüler mögen, können sie ihr Projekt zu Beginn des neuen Schuljahres einfach mal ihren Lehrern zeigen. Vielleicht macht es ja den entscheidenden Unterschied für die nächste Note, wer weiß.
Die Schüler werden bei ihrer Recherche sicherlich auf das Internet oder Bibliotheken zurückgreifen und lernen dabei nebenher, sinnvoll zu recherchieren. Sie lernen dabei Inhalte strukturiert und verständlich niederzuschreiben. Das kann sowohl auf Deutsch, als auch in einer Fremdsprache sein. Gleichzeitig bauen die Schüler ihre Kenntnisse über Themen, die sie interessieren aus und erschließen so eventuell ein mögliches berufliches Ziel. Sie erkennen dabei sicherlich auch, dass man Fächerübergreifend arbeiten muss und dass manche Schulfächer einfach Sinn machen, auch wenn sie zunächst langweilig erscheinen.

Einfach machen:

Wichtig ist dabei, dass die Schüler selbst entscheiden, woran sie arbeiten möchten und man sollte sie auch einfach machen lassen. Lediglich wenn die Schüler von sich aus Hilfe und Rat bei Erwachsenen einholen, kann man sie ja gerne unterstützen. Man muss den Schülern erlauben Fehler zu machen, denn aus denen lernt man ja bekanntlich am besten. Ein Projekt, was die Schüler ganz alleine oder gemeinsam mit anderen gleichaltrigen Freunden erarbeitet haben, stärkt das eigene Selbstbewusstsein ungemein.

Fazit:

Die Schüler lernen mit Hilfe eines eigenen Ferienprojekts, sich über einen längeren Zeitraum mit einer Sache zu beschäftigen. Sie können ihr bisheriges Wissen teilweise in das Projekt mit einfließen lassen oder aber ihr Wissen erweitern. Die Beschäftigung mit einem Thema, welches einem Freude bereitet, bewirkt, dass das Neuerworbene Wissen länger im Kopf bleibt. Ganz wichtig aber ist, dass die Schüler kreativ sein dürfen und auch müssen. Das Gehirn wird so optimal genutzt und trainiert. Für Kreatives bleibt im normalen Schulalltag ja leider selten Zeit übrig. Anton Strittmacher, Leiter des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer formuliert treffend: 
„Der größte Anreiz zur Leistung ist Sinn. Wenn ich eine sinnvolle Aufgabe erhalte, dann reiße ich mir die Beine aus.“ 

1 Kommentar:

  1. Toller Bericht, vielen Dank. Es stimmt natürlich, dass für Kreatives im normalen Schulalltag leider selten Zeit übrig ist.
    Es ist wirklich ein sinnvolles Projekt.

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